Einsätze der Bundeswehr seit 1990

Mit dem Zusammenbruch des kommunistischen Machtblockes im Osten Europas verlor auch der Warschauer Pakt seine Bedeutung. In der Folge begann in der Bundesrepublik Deutschland ein Umbau der Streitkräfte, der die ehemalig Verteidigungsarmee mit hohem Aufwuchspotential, zunehmend zu einer kleineren Einsatzarmee mit der Befähigung zur internationalen Intervention veränderte. Die nachstehende Aufstellung soll die allmähliche Veränderung der damit verbundenen Einsatzwirklichkeit, die permanent steigende Gefährdung für die Soldaten und die Häufung der Einsätze aufzeigen. Gleichzeitig soll damit ein Betrag geleistet werden, mit dem der Bevölkerung deutlich gemacht wird zu was "ihre Soldaten" eigentlich inzwischen eingesetzt werden.


1990

  • August 90 bis März 91
    Fünf Minensuchboote und zwei Versorger werden in die Golf-Region; 18 Alpha-Jets in das türkische Erhac verlegt. Die Maschinen sollen die NATO-Flanke im Südosten der Türkei zum Irak schützen, während sich dieser im Krieg mit den USA befindet.

1991

  • August 1991 bis September 1996 - UNSCOM
    Transportleistungen von Heeresfliegern und Luftwaffe zur Unterstützung der UN - Mission im Irak. Einsatzorte: Baghdad und Bahrein.

1992

  • Mai 1992 bis November 1993 - UNTAC
    Die Bundeswehr betreibt im Auftrag der UN ein Krankenhaus in Kambodscha.
    Bei diesem Einsatz stirbt der erste Bundeswehrsoldat im Auslandseinsatz. Feldwebel Alexander Arndt wird in Phnom Penh auf offener Strasse erschossen.

  • August 1992 bis März 1993 - UNSOM
    Einsatz im Rahmen einer UN-Mission gegen Hungersnot und Bürgerkrieg in Belet Uen in Somalia.

1993

  • August 1993 bis März 1994 - UNSOM II
    Luftbrücke von Dijbouti und Mombasa nach Somalia

1994

  • Juli 1994 bis Dezember 1994 - UNAMIR
    Luftbrücke von Nairobi und Johannesburg nach Goma und Kigali zur Versorgung ruandischer Flüchtlinge.

  • 1994 bis Juni 2009 - UNOMIG
    Mit 12 Soldaten stellt die Bundeswehr die medizinische Versorgung des UN-Kontingentes sicher und beteiligt sich mit dreien auch an Patrouillen im Gebiet zwischen Georgien und Abchasien.
    Am 08. Oktober 2001 stirbt Oberstabsarzt Dieter Eißing beim Abschuß eines UN-Hubschraubers durch georgische oder tschetschenische Freischärler.

1995

  • 1995 bis Dezember 96 - IFOR
    Einsatz im Rahmen einer multinationalen Friedenstruppe. Das deutsche Kontingent mit rund 2600 Heeressoldaten wird in Trogir in Kroatien stationiert, 500 Mann der Luftwaffe in Italien. 14 Tornado-Kampfflugzeuge mit spezieller Elektronik erkunden von Italien aus serbische Stellungen in Bosnien.

1996

  • Dezember 1996 bis November 2004 - SFOR

  • 1.800 Mann umfasst die Folgeoperation SFOR (Stabilization Force).

1998

  • Herbst 98 bis Juni 99 - KVM
    Im mazedonischen Tetovo werden deutsche Truppen stationiert, um OSZE-Beobachter im Kosovo zu schützen und ggf. zu evakuieren.

1999

  • März bis Juni 99 - ALLIED FORCE
    Mit Tornado-Jets und Aufklärungsdrohnen beteiligt sich Deutschland an dem Krieg gegen Jugoslawien. Dieser erste Kampfeinsatz der Bundeswehr wird ausschließlich von fliegenden Verbänden geführt.
    Siehe hierzu auch unseren ständigen Bericht
    "Allied Force - Der Kosovo-Krieg (oder: Wie die Bundesrepublik Deutschland ihre Unschuld verlor)"

  • Juni 99 - KFOR
    5.000 Mann umfasst das deutsche Kontingent des Kosovo Force, welches den Frieden im Süden des Kosovo sichern soll.

2000

  • 2000 - Transport und Versorgung von Verwundeten und Kranken aus dem Konfliktgebiet Ost-Timor nach Australien

2001

  • September 2001 - OEF
    Als Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 stellt die NATO am 04. Oktober 2001 erstmals in ihrer Geschichte den  NATO - Bündnisfall  fest. Als Allianzbeitrag Deutschlands zu Operation Enduring Freedom holt sich Bundeskanzler Schröder unter Stellung der Vertrauensfrage im November 2001 die Ermächtigung des Parlamentes zum Einsatz, Beginn und Dauer einer Operation von 3.900 Soldaten aller Teilstreitkräfte in einem Einsatzgebiet, welches die arabische Halbinsel, Mittel- und Zentralasien und Nordostafrika sowie angrenzende Seegebiete umfasst.
    Oktober 2001
    200 Soldaten an Bord von drei Schnellbooten, versorgt durch einen Tender, unterstützen die NATO - Operation Active Endeavour in der Straße von Gibraltar. Weitere 50 Soldaten beteiligen sich im begleitenden Einsatz Eagle Assist aus der Luft
    November 2001
    Die Luftwaffe fliegt bis einschließlich Dezember US - Versorgungsmaterialen von Ramstein in das türkische Incirlic

2002

  • Januar 2002 - OEF
    Sechs Marineschiffe mit 750 Soldaten verlegen nach Dschibuti. Auftrag ist die Aufklärung und Sicherung der Seewege zwischen dem Horn von Afrika und dem indischen Ozean. Fünf Schnellboote und zwei "Sea-King"-Hubschrauber folgen.
    Februar 2002
    Die Einsatzkräfte werden auf 1800 Mann und mit Marinefliegern verstärkt


  • Januar 2002 - ISAF
    Ein Vorkommando von 70 Mann reist nach Afghanistan. Sie sind die ersten Soldaten des deutschen Anteils an der International Security Assistant Force, der Anfang Februar bereits 230 Mann beträgt, im Februar auf 800 Mann anwächst und letztlich 1200 Mann beträgt. Auftrag der insgesamt 4500 Mann der ISAF ist die "Unterstützung der Interimsregierung bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit in Kabul."
    18. Februar 2002
    Die Bundeswehr nimmt im usbekischen TERMEZ einen Lufttransportstützpunkt zur Versorgung der ISAF in Betrieb

2003

  • März 2003 bis Dezember 2003 - CONCORDIA
    40 Soldaten werden nach Mazedonien verlegt, um die Sicherheit der EU und OSZE eingesetzten Beobachter zu gewährleisten.

  • 29. Mai 2003 - ISAF
    Stabsgefreiter Stefan Kamins stirbt 12 km südlich von Kabul, als sein Wolf auf eine Landmine fährt.

  • Juni 2003 bis September 2003 - ARTEMIS
    100 Soldaten stellen mit C-160 Transall die Versorgung und mit A310 MedEVac die medizinische Versorgung der Artemis-Truppen im Kongo via Entebbe (Uganda) sicher.

  • Juni 2003 - OEF
    90 ABC-Abwehr-Soldaten werden nach Kuwait verlegt. Auftrag ist der Schutz der allierten Streitkräfte und der Bevölkerung Kuwaits vor möglichen ABC-Bedrohungen. Zu Beginn des Golf-Krieges im März 2003 wird die Einheit um weitere 110 Mann verstärkt.
  • 07. Juni 2003 - ISAF
    Ein Selbstmordattentäter fährt mit einem Taxi neben den Bus, mit dem Soldaten für die Rückreise nach Deutschland zum Flughafen verlegen, und sprengt sich in die Luft. Es sterben Oberfähnrich Andreas Beljo, Oberfeldwebel Carsten Kühlmorgen, Feldwebel Helmi Jiminez-Paradies und Stabsunteroffizier Jörg Basch. Weitere 31 Soldaten werden verwundet.
    Oktober 2003
    Der Bundestag erweitert den Einsatz des deutschen ISAF Kontingents um die Aufgaben eines Provincial Reconstruction Team (PRT) in KUNDUZ. Bei den Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) handelt es sich um einen neuartigen Ansatz zum wirtschaftlichen, sozialen und politischen Aufbau des Landes. Die Soldaten sorgen dabei für die Sicherheit und unterstützen die Arbeit von dezentral organisierten zivilen Helfern.
    November 2003
    Nach knapp zweijährigem Kampfeinsatz kehren die eingesetzten Teile der Krisenspezialkräfte (KSK) zurück. Zusammen mit amerikanischen Truppen hatten sie sich in Afghanistan an der "Jagd auf Terroristen" beteiligt. Zuletzt waren sie jedoch nicht mehr an Kampfhandlungen beteiligt, sondern wurden für sogenannte Spezialaufklärung im Raum nordöstlich von Kabul eingesetzt

2004

  • Januar 2004 - ISAF
    Die Bundeswehr errichtet ein weiteres PRT in Taloqan.
  • März 2004 - KFOR
    Im Raum Mitrovica kommt es zu Unruhen und gewalttätigen Ausschreitungen, nach dem in der albanischen Bevölkerung der Verdacht aufkommt, dass eine Gruppe von Kindern, die in einem nahen Fluss ertrunken sind, von der serbischen Bevölkerung in diesen hineingetrieben worden wären.

  • Juli 2004 - ISAF
    In Fayzabad wird ein weitere PRT in Betrieb genommen. Der Ort liegt in der Provinz Badachschan, die als eines der Hauptanbaugebiete für Drogen gilt. Die Bekämpfung des Drogenanbaus gehört aber nicht zum Mandat der Soldaten. Die Strassen in das rund 250 km ostwärtig gelegene und damit 12 - 15 Autostunden von Kunduz entfernte Faizabad werden im Winter oft unpassierbar. Die Versorgung der Truppe soll in dem Fall mittels Hubschraubern vom usbekischen Termez aus erfolgen. Die sanitätsdienstliche Versorgung erfolgt ebenfalls aus der Luft von Kunduz oder Kabul aus.

  • Oktober 2004
    Der Bundestag stimmt einer Verlängerung des Einsatzes zu und erhöht die Personalobergrenze auf 2.250 Soldaten.

  • Dezember 2004 - EUFOR
    Die Europäische Union übernimmt den Einsatz der SFOR in Bosnien-Herzegowina. Die Operation der nunmehr EUFOR genannten Truppe trägt den Namen ALTHEA.

2005

  • Juni 2005 - ISAF
    Hauptfeldwebel Andreas Heine und Oberfeldwebel Christian Schlotterhose kommen bei einer Munitionsexplosion (Anschlag?) in Rustaq, 120 km nordöstlich Kunduz zu Tode.
    September 2005
    Der Bundestag beschließt die Verlängerung des Einsatzes, erhöht die Personalobergrenze auf 3000 Soldaten und erweitert das Einsatzgebiet.
    November 2005
    Das neue Feldlager Mazar-e-Sharif wird an die Truppe übergeben.
    Oberstleutnant d.R. Armin Franz kommt bei einem Selbstmordattentat in Kabul zu Tode.

  • 2005 - UNMIS
    Die Bundesrepublik Deutschland beschließt die Beteiligung an der UN-Mission zur Durchsetzung des Friedensabkommens im Sudan mit einer Kontingentobergrenze von 75 Soldaten.

2006

  • Juni bis Dezember 2006 - EUFOR RD Congo - 780 Bundeswehrsoldaten werden in die Demokratische Republik Kongo und das benachbarte Gabun entsandt. Ihr Auftrag ist die Absicherung der ersten demokratischen Wahlen im Kongo seit 1960 mit Schwerpunkt in der Hauptstadt Kinshasa. Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses am 20. August kommt es zu Gefechten zwischen den Milizen der beiden Kandidaten, die Ende Oktober in eine Stichwahl gehen müssen. Ein Angriff der Präsidentengarde auf die Residenz des einen Kandidaten wird nur abgebrochen, weil eine spanische EUFOR-Kompanie mit Teilen der UN-Soldaten MONUC eingreifen, um mehrere westliche Diplomaten, darunter den deutschen Botschafter, aus der Residenz in Sicherheit zu bringen.

  • September 2006 - UNIFIL
    Der Deutsche Bundestag stimmt der Entsendung von 2.400 Soldaten zur Absicherung der libanesischen Seegrenze vor Waffenschmuggel im Rahmen des Einsatzes United Nations Interim Force in Lebanon der UN zu. Zur Durchführung des robusten Mandats verlegt die Bundeswehr zwei Fregatten, einen Einsatzgruppenversorger, einen Tender und vier Schnellboote vor die Küste des Libanon.


  • September 2006 - ISAF
    Der Bundestag verlängert den Einsatz um ein weiteres Jahr.

2007

  • Januar 2007 - EUSEC RD Congo - Einsatz läuft noch!
    Nach Beendigung der Wahlabsicherung im Kongo übernimmt die UN-Mission MONUC die weitere Sicherung, während die EU mit einer Militär- und einer Polizeioperation den staatlichen Reformprozess weiter unterstützt. Mit gerade mal drei Soldaten ist dieser Einsatz aber nur der Vollständigkeit halber zu erwähnen.
  • Mai 2007 - ISAF
    Hauptmann d. R. Matthias Standfuß, Oberfeldwebel d. R. Michael Diebel und Oberfeldwebel d. R. Michael Neumann kommen bei einem Selbstmordanschlag in Kunduz zu Tode.


  • Juni 2007 - KFOR
    Der Bundestag verlängert den Einsatz um ein weiteres Jahr.

  • September 2007 - UNIFIL
    Der Bundestag verlängert den Einsatz um ein weiteres Jahr, reduziert die maximale Truppenstärke jedoch auf 1.400 Soldaten

  • November 2007 - UNAMID - Einsatz läuft noch!
    Mit bis zu 250 Soldaten soll die Bundeswehr hauptsächlich mit Lufttransporten die gemeinsame Friedensmission der UN und der Afrikanischen Union im Sudan zur Überwachung des Waffenstillstandes und dem Schutz der Bevölkerung unterstützen.

2008

  • Februar 2008 - KFOR
    Nach acht Jahren als Protektorat der UNO erklärt sich das KOSOVO für unabhängig. Serbien erkennt dies nicht an.
  • Juni 2008
    Der Deutsche Bundestag verlängert den Einsatz um weitere 12 Monate.

  • Juli 2008 - ISAF
    Die Bundeswehr stellt die Quick Reaktion Force (QRF) des Regionalkommandos Nord.
  • 6. August 2008
    Ein Attentäter auf einem Motorrad zündet einen Sprengsatz und verletzt drei Soldaten, zwei davon schwer. Stabsgefreiter Patrick Sauer stirbt zwei Monate später an den Folgen seiner Verletzungen.
  • 27. August 2008
    Hauptfeldwebel Mischa Meier stirbt durch einen IED-Anschlag.
  • 20. Oktober 2008
    Stabsunteroffizier Patrick Behlke und Stabsgefreiter Roman Schmidt sterben bei einem Selbstmordanschlag bei Kunduz.

  • September 2008 - UNIFIL
    Der Bundestag verlängert den Einsatz um weitere 15 Monate und reduziert die Truppenstärke auf 1.200 Soldaten.
  • Dezember 2008 - ATALANTA
    Der Deutsche Bundestag stimmt der von der Bundesregierung beschlossenen Beteiligung an der EU-Mission ATALANTA für die Dauer von 12 Monaten zu. Bereits im Februar 2008 hatte die somalische Regierung die Vereinten Nationen um Mithilfe bei der Bekämpfung von Piraten am Horn von Afrika gebeten, deren Übergriffe in den nachfolgenden Monaten immer heftiger wurden.

2009

  • 29. April 2009 - ISAF
    Bei einem Überfall auf einen Konvoi nordwestlich von Kunduz wird Hauptgefreiter Sergej Motz getötet und vier seiner Kameraden verwundet.
    23. Juni 2009
    Sechs Kilometer südwestlich Kunduz gerät eine Patrouille in ein Feuergefecht. Beim Ausweichen kommt ein Fuchs von der Fahrbahn ab und überschlägt sich in ein Flussbett. Hauptgefreiter Alexander Schleiernick, Hauptgefreiter Oleg Meiling und Obergefreiter Martin Brunn kommen zu Tode.
    September 2009
    Die Aktivitäten der Taliban in Afghanistan verstärken sich stetig, verbunden mit einer Erhöhung der Anschlagshäufigkeit. In der Folge beschließen die beteiligten Nationen eine weitere Erhöhung der Truppenstärke sowie eine Änderung der "Rules of Engagement". Am 04. September rauben Taliban zwei Tanklastzüge und bleiben mit diesen in einem Flußbett stecken. Da der Weg durch das Flußbett auf eine Straße führt, die direkt zum deutschen Feldlager führt und die veränderten Einsatzregeln dies zulassen, entschließt sich der zuständige deutsche Offizier einen amerikanischen Luftschlag anzufordern.
    Unabhängig von der Frage ob die Reaktion militärisch notwendig und angemessen war, sowie von dem politischen Beben welches die damit verbundene katastrophale Informationspolitik des Verteidigungsministeriums auslöste, wird deutlich das die Bundeswehr damit eine weitere Eskalationsstufe des Einsatzes erreicht hat. Wir "reagieren" nicht mehr nur oder beteiligen uns an Aktionen anderer. Wir "agieren" nunmehr innerhalb eines Mandates mit eigener Zielsetzung.

  • Dezember 2009
    Der Bundestag stimmt einer Verlängerung des Einsatzes um weitere 12 Monate zu.
  • Dezember 2009 - UNIFIL
    Der Bundestag stimmt einer Verlängerung des Einsatzes bis zum 30. Juni 2010 zu. Die Obergrenze der beteiligten Soldaten wird auf 800 gesenkt.

  • Dezember 2009 - ATALANTA
    Der Bundestag stimmt einer Verlängerung des Einsatzes um weitere 12 Monate zu.

2010

  • Februar 2010 - ISAF
    Der Bundestag stimmt dem Antrag auf Erhöhung des Einsatzkontingentes in Afghanistan auf 5.350 Soldaten zu und verlängert das Mandat bis Februar 2011.
    02. April 2010
    Hauptfeldwebel Nils Bruns, Stabsgefreiter Robert Hartert und Martin Kadir Augustyniak fallen bei einem Gefecht sechs Kilometer westlich Kunduz. Acht weitere Soldaten werden zum Teil schwer verletzt.
    15. April 2010
    Eine Patrouille im Raum Baghlan wird angegriffen. Major Jörn Radloff, Hauptfeldwebel Marius Dubnicki und Stabsunteroffizier Josef Kronawitter wurden getötet. Fünf weitere Kameraden verletzt.
    Vier Stunden später gerät eine zweite Marschkolonne acht Kilometer nördlich Pol-e Khomri unter Beschuß. Oberstabsarzt Dr. Thomas Broer stirbt beim Einschlag einer Granate in seinen Yak.

  • 31. März 2010 - EUTM SOM - Einsatz läuft noch!
    Die Bundesregierung beschließt die EU Trainings Mission für Somalia mit bis zu 20 Soldaten zu unterstützen. In Uganda beteiligen sich diese an der Ausbildung von etwa 2000 Somalis in Minen- und EOD-Abwehr, Kampf im bebauten Gelände, Sanitäts - und Fernmeldewesen.

  • Juni 2010 - OEF
    Offiziell führt die Bundeswehr ab Juni 2010 keine Einsätze im Rahmen der Operation Enduring Freedom mehr durch.
  • Aber der Bündnisfall ist noch nicht aufgehoben und die

  • Operation Active Endeavour - OAE - Einsatz läuft noch!
    wird außerhalb OEF weitergeführt.
  • Juni 2010 - KFOR
    Der Bundestag verlängert den Einsatz um ein Jahr; senkt jedoch die Truppenstärke auf 2.500 Mann.

  • Juni 2010 - UNIFIL - Einsatz läuft noch!
    Der Bundestag verlängert den Einsatz um ein Jahr. Die Obergrenze der beteiligten Soldaten wird auf 300 gesenkt.
  • 7. Oktober 2010 - ISAF
    Oberfeldwebel Florian Pauli stirbt durch einen Selbstmordanschlag, bei dem drei weitere Soldaten verwundet und zwei Dingos stark beschädigt wurden.

  • Dezember 2010 - ATALANTA -
    Der Bundestag verlängert den Anti-Piraterie-Einsatz am Horn von Afrika.
  • Dezember 2010 - EUFOR -
    Der Bundestag verlängert den Einsatz in Bosnien-Herzegowina. Mit rund 30 Mann ist die Einsatzstärke aber nur noch gering.

2011

  • Januar 2011 - ISAF
    Der Bundestag stimmt einer Verlängerung des Mandates um weitere 12 Monate zu.
    Februar 2011
    Ein Soldat der ANA (Afghan National Army) eröffnet im OP North das Feuer auf Bundeswehrsoldaten. Hauptfeldwebel Georg Missulia, Stabsgefreiter Konstantin Menz und Hauptgefreiter Georg Kurat sterben bei dem Feuergefecht bzw. später an den Folgen ihrer Verletzungen. Sechs weitere Soldaten wurden verletzt.
    März 2011
    Der Bundestag stimmt dem Einsatz von bis zu 300 Soldaten an Bord von NATO-AWACAS-Aufklärungsflugzeugen über Afghanistan zu. Wenige Wochen zuvor hatte die Regierung diesen Einsatz noch abgelehnt. Da sich Deutschland aber nicht an dem Krieg gegen Lybien beteiligen möchte, hat man als Ausgleich nun diesen Einsatz doch angenommen. Obwohl dieser offiziell als Einsatz im Rahmen von ISAF läuft, kann man ihn durchaus auch als Einsatz im Rahmen von OEF sehen, da die AWACS nicht zwischen dem Einsatzraum von ISAF und OEF unterscheiden.

  • März 2011 - KFOR
    Im Rahmen von "Gate 2" beginnt die Reduzierung der eingesetzten Bundeswehrsoldaten auf eine Sollstärke von 900 Soldaten.

  • 25. Mai 2011 - ISAF
    15 km nordwestlich Kunduz wird eine Patrouille mit zwei Sprengfallen angegriffen. Hauptmann Markus Matthes kommt dabei zu Tode.
    28. Mai 2011
    Bei eine Sprengstoffanschlag auf ein Sicherheitstreffen in Taloqan wird Major Thomas Tholi und Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein getötet. Sechs weitere Soldaten - darunter der Kommandeur des GE-ISAF-Kontingentes - werden zum Teil schwer verwundet.
    02. Juni 2011
    Ein Schützenpanzer vom Typ Marder wird in der Provinz Baghlan angesprengt. Dabei kommt der Oberstabsgefreite Alexej Kobelew zu Tode. Fünf weitere Soldaten werden zum Teil schwer verletzt.


  • Juli 2011 - EUFOR - Einsatz läuft noch!
    Das Einsatzkontingent wird auf unter 15 Soldaten gesenkt.
  • Juli 2011 - UNMIS -
    Die seit 2005 laufende Mission wird im Juli 2011 beendet, nach dem der Südsudan am 09. Juli seine Unabhängigkeit erklärt hat. Zeitgleich beginnt die Beteiligung an

  • 08. Juli 2011 - UNMISS - Einsatz läuft noch!
    dem Folgeeinsatz der UN zum Staats- und Institutionsaufbau des neuen Staates. Das deutsche Kontingent wird mit rund 12 Soldaten allerdings nur noch knapp die Hälfte der bisherigen Mission umfassen.

  • August 2011 - KFOR -
    Kurz vor Erreichung der neuen Sollstärke kommt es erneut zu Unruhen, in deren Folge die Truppenstärke wieder auf über 1400 Soldaten angehoben wird.
    November 2011
    Beim Versuch eine Straßensperre zu räumen kommt es zu mehreren Zusammenstößen zwischen dem deutsch-österreichischen ORF Btl und Kosovoserben. Dabei werden 30 Soldaten (19 Deutsche) verwundet. Zwei Soldaten - darunter der deutsche Kommandeur des ORF Btl - durch einen Schuß.

  • Dezember 2011 - ISAF - Einsatz läuft noch!
    Das Bundeskabinett beschließt am 14.12 eine weitere Verlängerung des ISAF-Mandates. Bis zum 01.02.2012 soll die Personalobergrenze aber auf 4.900 Soldaten gesenkt werden.

2012

  • 18. April 2012 - ATALANTA - Einsatz läuft noch!
    Die Bundesregierung beschließt vorbehaltlich der konstitutiven Zustimmung des Bundestages die Anpassung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte. Bei unveränderter Personalobergrenze soll der Einsatz bis 31.05.2013 verlängert und das Einsatzgebiet auf die Küstengebiete Somalias erweitert werden. Dies schließt die Pirateriebekämpfung am Strand bis zu einer Tiefe von 2000 m in das Landesinnere ein.

  • 02. Mai 2012 - KFOR - Einsatz läuft noch!
    Das Bundeskabinett verlängert vorbehaltlich der konstitutiven Zustimmung des Bundestages bis zum 11.06.2012. Danach erfolgt auf Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und FDP eine konstitutive Befassung zur Mandatsverlängerung.
    Wegen der bevorstehenden Wahlen in Serbien und damit verbundenem Anstieg von Unruhen im Kosovo wurde das deutsch-österreichische ORF-Bataillon wieder in das Kosovo verlegt.

  • 16. Mai 2012 - UNSMIS -
    Das Bundeskabinett billigt die Teilnahme an der Beobachtermission der Vereinten Nationen mit bis zu 10 Militärbeobachern.
    Ein kurzfristig entsandter Stabsoffizier ist Ende Mai zurückgekehrt. Die Nachfolgeentsendung scheitert derzeit an einem fehlenden Visum Syriens. Ende August wurde die Mission abgebrochen.

  • 15. August 2012 - EUCAP NESTOR - NEUER EINSATZ!
    Mit Kabinettsbeschluss der Bundesregierung wurde eine deutsche Beteiligung an der Mission der GSVP (Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU) beschlossen. Ab Anfang Oktober sollen fünf Soldaten als Bestandteil eines 140 Mann starken Kontingents in der Region Somalia aktiv werden. Ziel ist es, die Nachbarstaaten Somalias zur selbstständigen Kontrolle ihres Seeraumes zu befähigen. In den Regionen Punktland und Somaliland soll außerdem eine aktive Küstenpolizei aufgebaut werden.


Hier eine Übersicht der sich überschneidenden Einsätze der Bundeswehr. Allerdings nur grob nach Jahren gegliedert. Die jeweiligen Start- bzw. Endjahre sind nicht gleich Januar bzw. Dezember des Jahres. Die meisten Humanitären bzw. Katastropheneinsätze dauern in der Regel auch kein komplettes Jahr!

Uebersicht aller Einsätze

Der Übersicht kann aber gut die Veränderung in der Art der Einsätze, die Steigerung der Gefährdung sowie die zunehmende gleichzeitige Belastung durch mehrere Einsätze entnommen werden. Auch kann gut erkannt werden, dass die derzeit als "Belastungsgrenze" geltende Anzahl von gleichzeitig 7.000 Soldaten im Einsatz auch 2012 fast erreicht ist.

Wer mehr zu den Einsätzen der Bundeswehr erfahren möchte,
der nutze den folgenden Bildlink zu den Einsatzseiten der Bundeswehr.

Zu den Einsatzseiten der Bundeswehr



Auf der Hauptseite der Bundeswehr bietet diese auch einen wöchentlichen Lagebericht an.

Bestandteil des Lageberichtes ist die Anzahl der sogenannten "Sicherheitsvorfälle". Dabei handelt es sich um Sprengstoffanschläge durch IED oder Selbstmordattentäter, sowie um einzelne Schusswechsel bis hin zu ausgedehnten Gefechten.
Seit Februar 2011 wurden über den wöchentlichen Lagebericht bekannt gegeben:

Ø Sicherheitsvorfälle/Woche davon Bundeswehr Gefallene davon Bundeswehr Verwundete davon Bundeswehr

530,6

1,0

617

7

6172

78




Insgesamt kamen bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr bisher 101 Soldaten ums Leben.
Wenigstens 38 davon nachweislich durch Kampfhandlungen. Eine gute Aufstellung bietet
Wikipedia